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Vorlage - DrS/2018/127

Betreff: Fortsetzung Produktionsschule 2018 - 2021
Status:öffentlichVorlage-Art:Drucksache
Verfasser/in:Herr Lorenzen
Federführend:Jugendamtsleitung Bearbeiter/-in: Zierke, Beate
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport Vorberatung
28.08.2018 
2. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport ungeändert beschlossen   
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
06.09.2018 
2. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
25.09.2018 
3. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag des Kreises Segeberg Entscheidung
27.09.2018 
3. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Abschlussbericht_Produktionsschule_Segeberg 2015-2018  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Die Produktionsschule Segeberg startete am 04.05.2015 an den Standorten Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt mit insgesamt 30 Plätzen. Mit Beschluss zur DrS/2014/181 wurde am 11.12.2014 zur Umsetzung der Produktionsschule für den Kreis Segeberg festgelegt:

Das Jugendamt des Kreises Segeberg beteiligt sich in Kooperation mit dem Jobcenter Kreis Segeberg am Betrieb einer Produktionsschule an drei Standorten im Kreisgebiet mit insgesamt 30 Plätzen. Hierzu werden an allen Standorten insgesamt 7 Plätze durch den Kreis finanziert und Finanzmittel in Höhe von 56.700,- EUR in 2015 und in Höhe von 75.600,- EUR/jährlich für die Jahre 2016 und 2017 bereitgestellt.

 

Die Laufzeit der gemeinsamen Maßnahme mit dem Jobcenter Kreis Segeberg (JC) endete nach zweimaliger Verlängerung, entsprechend der Ausschreibungs-kriterien des JC am 03.06.2018. Bereits im Frühjahr 2018 wurde eine neue Ausschreibung unter Beteiligung des Jugendamtes und unter Federführung des JC auf dem Weg gebracht, um eine lückenlose Fortsetzung der Produktionsschule zu ermöglichen. Im Rahmen der Ausschreibung konnte, nach den Richtlinien des öffentlichen Vergaberechts, erneut die bereits von 2015 bis 2018 mit der Durchführung beauftragte Bietergemeinschaft für eine Fortsetzung der Produktionsschule Segeberg gewonnen werden. Hierzu gehören die Junge Menschen in offener beruflicher Bildung und Ausbildung GmbH (JobA) in Bad Segeberg, der Regenbogen e.V. für Kaltenkirchen und die Norderstedter Bildungsgesellschaft mbH (NoBiG) für Norderstedt.

 

Je Standort werden nun 10 Teilnehmern/innen Plätze angeboten.

Der Kreis Segeberg finanziert an den Standorten Bad Segeberg und Kaltenkirchen jeweils einen Platz. Um aber den lokalen Bedarfen Rechnung zu tragen, ohne dabei fortlaufend Plätze zu finanzieren die zeitweise nicht besetzt werden können, konnte es mit der neuen Ausschreibung dem Jugendamt ermöglicht werden, weitere Plätze flexibel aufzustocken. Das Jugendamt empfiehlt, diese Möglichkeit finanziell im Etat entsprechend abzusichern.

 

Mit der neuen Ausschreibung besteht die Möglichkeit, die auf eine Laufzeit von einem Jahr befristete Maßnahme erneut zweimal zu verlängern, sodass eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren mit einem Ende im Juni 2021 möglich ist. Um die Entwicklungen und Ergebnisse der vergangenen Jahre umfassend auszuwerten und darzustellen, haben die drei Träger der Produktionsschule in Zusammenarbeit mit den Koordinationskräften Herrn Volker Harms (Teamleiter U25 JC und Herrn Moritz Lorenzen (Bildungsmanagement und Bildungsplanung) im Jahr 2017 begonnen, einen Abschlussbericht zu erarbeiten. Der Bericht liegt als Anlage bei und gibt einen umfangreichen Einblick in die Arbeit und den Stand der Produktionsschule Segeberg. Dem voraus gingen jeweils halbjährliche interne Berichte, die den aktuellen Entwicklungsstand der Produktionsschule Segeberg widerspiegelten.

 

Unter Verweis auf den Abschlussbericht wird im Folgenden nur auf einige Punkte exemplarisch hingewiesen, die zur Entscheidung für die Fortführung der Maßnahme geführt haben und die Einordnung der bisherigen Ergebnisse erleichtern.

 

  1. Die Produktionsschule stellt im Bereich der Maßnahmen das niedrig-schwelligste Angebot im Portfolio des JC für Jugendliche unter 25 Jahren dar. Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben bei Förderung durch das SGB II, darf im Rahmen der Produktionsschule kein schulersatzleistender Unterricht angeboten werden. Somit zielt das Angebot mit seinem hohen praktischen Anteil auf eine stabilisierende und wiedereingliedernde Wirkung mittels berufsorientierender Aktivitäten. Der Zielgruppe gemein sind multiple Problemlagen, diverse Vermittlungshemmnisse und sehr häufig psychosoziale Defizite, die einen direkten Anschluss im Regelsystem zumeist ausschließen.

Das Jugendamt hat in diesem Bereich keine Angebote, die sowohl einen tagesstrukturierenden, berufsorientierenden Rahmen mit Begleitung durch eine sozialpädagogische und eine berufskundige Fachperson in Form einer Vollzeitmaßnahme für die Altersgruppe 15 - 25 bieten. Dabei liegt der aktuelle Betreuungsschlüssel bei etwa 2 zu 10.

 

  1. Bei Jugendlichen, die in der Betreuung des Jugendamts sind oder die aus unterschiedlichsten Gründen vom Jugendamt unterstützt werden, finden sich besonders in der Perspektive 15+ wiederkehrende bildungs-biographisch problematische Entwicklungen. Neben Schulabsentismus, stark unterrichtsstörendem oder verhinderndem Verhalten, hohen Fehlzeiten, Schulverweisen aufgrund wiederkehrendem Fehlverhalten, Ausschulungen wegen Erfüllung der Schulpflicht, fehlenden oder schlechten schulischen Abschlüssen, kommen schwierige Persönlichkeitsstrukturen, psychische Erkrankungen und eine fehlende Kompatibilität zu den Angeboten im Übergang Schule-Beruf hinzu. Häufig fehlt diesen Jugendlichen zudem eine Tages- und Familienstruktur, die es ihnen ermöglichen würde, den zeitbezogenen Anforderungen des Schul- und Arbeitsalltages nachzukommen. Die Produktionsschule Segeberg ist für diese Zielgruppe somit auch ein Wiederankommen in Alltagsstrukturen in Verbindung mit einer sinnhaften Beschäftigung und einer festen Rahmung.

 

  1. Für das Jobcenter und das Jugendamt ist die Produktionsschule eine stabilisierende und alltagsfördernde niedrigschwellige Maßnahme, die durch ihre langfristige Perspektive die Wiedereingliederung in das bestehende Angebot im Übergang Schule-Beruf fördern und ermöglichen soll. Ein direkter Anschluss in Ausbildung, Schule oder Arbeitswelt ist aufgrund der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zielgruppe der Produktionsschule nicht zu erwarten. Dass es im Einzelfall dennoch gelingt, zeigen Entwicklungsprozesse, die Jugendliche dieser Zielgruppe bei entsprechender gezielter Förderung zurücklegen können.

 

Für die Einordnung und zum Verständnis der Ergebnisse der Produktionsschule Segeberg (2015 - 2018) ist zu akzeptieren, dass bereits kleinste Fortschritte, wie eine regelmäßige Teilnahme, die Annahme von Beratungs- und Therapieangeboten, das Beenden von negativen/destruktiven Verhaltensweisen sowie das Entwickeln von Schul- und Berufsperspektiven, individuelle Erfolge der Maßnahme darstellen. Ebenso wichtig ist es, dass für einen nicht unerheblichen Anteil der Jugendlichen, insbesondere die zuvor aufgeführten Punkte noch eine zu große Herausforderung darstellen und sich dies auch in den Abbruchzahlen widerspiegelt. Hier muss es allen Beteiligten langfristig gelingen, diese Zahlen noch deutlich zu senken.

 

  1. Den Mitarbeitern/innen des Jugendamtes fiel es in den Jahren 2016 - 2018 wiederkehrend schwerer, Jugendliche für die Teilnahme an der Produktionsschule zu identifizieren und dann auch für eine Teilnahme zu interessieren. Hier gibt es verschiedene Gründe. Einer davon begründet sich in der Tatsache, dass die Produktionsschule als pädagogisches Leitmotiv auf Freiwilligkeit in der Teilnahme setzt. Deshalb wird eine Zuweisung unter Zwang nicht vorgenommen. Dies gilt auch für das Jobcenter. Um den Jugendlichen den Zugang zu erleichtern, wurde die Möglichkeit der Probetage eingeführt, was beim Jobcenter zu deutlich geringeren Abbrüchen geführt hat.

 

Aufgrund der von Herrn Lorenzen seit 2016 kontinuierlich begleiteten Entwicklung wurde die Zahl der permanent vorgehaltenen Angebotsplätze des Jugendamtes (sieben Plätze zu Beginn; je einer an den Standorten Segeberg und Kaltenkirchen aktuell) bis heute zwei Mal angepasst. Im Rahmen der neuen Ausschreibung wurde das Konzept noch einmal überarbeitet und für Jugendliche (15+) u. a. mit Absentismus-Problematik erweitert. Den gestiegenen Anforderungen wurde mit gestiegenen Kosten (ab Juni 2018) pro Platz begegnet, was den erforderlichen 2 zu 10 Schlüssel aber dauerhaft sicherstellt. Auch wurde es ermöglicht, aufsuchende und mit Fahrtkosten verbundene Hol- und Bringdienste gesondert über das Jugendamt abzurechnen.

 

  1. In Zusammenarbeit mit dem Koordinator des Jobcenters Herrn Harms und dem stellv. Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Segeberg Herrn Stahl wurde das Konzept und die Umsetzung der Produktionsschule Segeberg an allen Standorten kontinuierlich kritisch hinterfragt und fortwährend im Sinne der Ziele und der Zielgruppe weiterentwickelt. Das bedeutet auch, dass die Träger wiederkehrend, insbesondere im Bereich der Produktion, der öffentlichen Darstellung und beim umsetzenden Personal nachbessern mussten. Dies war für alle Beteiligten ein zeitaufwendiger, aber im Sinne der Maßnahme lohnender Prozess. Die Fortführung der Produktionsschule Segeberg knüpft nun an diese positiven Entwicklungen an. Der unter dem Vorsitz von Herrn Renk flankierend agierende ehrenamtliche Wirtschaftsbeirat hat hier besonders im Bereich der Produktion wichtige Impulse und eine bereichernde Unterstützung geleistet.

 

Für die kommenden Jahre ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Auszeit, Schulersatz- und alltagsstrukturierenden Maßnahmen insbesondere mit beruflich orientierender Wirkung für die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen deutlich steigen wird. Für den Kreis Segeberg ist es ein entscheidender Vorteil ein gut entwickeltes Angebot vorzuhalten, das jederzeit entlang der Bedarfe und Anforderungen ausgebaut und weiterentwickelt werden kann. Das Jobcenter ist hierbei ein äußerst wertvoller, sehr engagierter und die Entwicklung mit Augenmaß vorantreibender Partner im Rahmen der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit. Auf diesem Wege möchte sich die Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit bedanken.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport und der Jugendhilfeausschuss empfehlen der Kreistag beschließt:

 

Das Jugendamt des Kreises Segeberg und das Jobcenter des Kreises Segeberg setzen die gemeinsame Arbeit im Rahmen der Produktionsschule Segeberg fort. Es wird erneut eine Laufzeit von drei Jahren ab dem 3. Juni 2018 angestrebt. Die Produktionsschule wird an den Standorten Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt durch die beauftragten Träger durchgeführt. Das Jugendamt Kreis Segeberg finanziert an den Standorten Bad Segeberg und Kaltenkirchen je einen festen Platz für 11.340 € pro Jahr oder 945 € pro Monat und Platz. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit jeweils bis zu zwei weitere Plätze je Standort bei entsprechendem Bedarf kurzfristig zu besetzten. Die Gesamtetat für die Platzkosten der Produktionsschule Segeberg ist mit 51.030 € festzusetzen. Hierin enthalten ist die finanzielle Absicherung für vier Plätze à 12 Monate und einen Platz à 6 Monate.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

X

Ja:

 

X

Darstellung der einmaligen Kosten, Folgekosten

 

51.030,00 € in 2019 und 2020, 28.350,00 € in 2021

 

Für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 wird mit einer Fortsetzung der Maßnahme im bestehenden Umfang gerechnet. Das Jugendamt Kreis Segeberg finanziert an den Standorten Bad Segeberg und Kaltenkirchen durchgängig je einen festen Platz für 11.340,00 € pro Jahr oder 945,00 € pro Monat und Platz. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, jeweils bis zu zwei weitere Plätze je Standort bei entsprechendem Bedarf kurzfristig zu besetzten. Die Verwaltung setzt den Gesamtetat für die Platzkosten der Produktionsschule Segeberg mit 51.030,00 € pro Jahr an. Hierin enthalten ist die finanzielle Absicherung für vier Plätze à 12 Monate und einen Platz à 6 Monate. Für 2021 wurden vier Plätze an zwei Standorten und ein weiterer Platz für je 6 Monate zu Grunde gelegt. Eine erneute Fortsetzung würde zum Juni/Juli 2021 erfolgen.

 

 

Mittelbereitstellung

X

Teilplan: 3631

 

In der Ergebnisrechnung

Produktkonto:

 

In der Finanzrechnung investiv

Produktkonto:

 

 

Der Beschluss führt zu einer über-/außerplanmäßigen Aufwendung bzw. Auszahlung

 

in Höhe von

 

Euro

 

(Der Hauptausschuss ist an der Beschlussfassung zu beteiligen)

 

 

Die Deckung der Haushaltsüberschreitung ist gesichert durch

 

Minderaufwendungen bzw. -auszahlungen beim Produktkonto:

 

 

 

 

 

Mehrerträge bzw. -einzahlungen beim Produktkonto:

 

 

Bezug zum strategischen Management:

 

Nein

 

X

Ja; Darstellung der Maßnahme

      5.11: verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter der Bundesagentur

               für Arbeit,

      6.4: setzt sich dafür ein, dass der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt

             wirkungsorientiert organisiert wird.

 

Belange von Menschen mit Behinderung sind betroffen:

 

Nein

 

X

Ja

 

Belange von Menschen mit Behinderung wurden berücksichtigt:

 

 

Nein

 

X

Ja

 

 

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Anlage/n:

Abschlussbericht Produktionsschule Segeberg 2015 - 2018

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Abschlussbericht_Produktionsschule_Segeberg 2015-2018 (4223 KB)      

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