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Vorlage - DrS/2020/086

Betreff: Zum Projektvorhaben "Heldenherzen" für Kinder aus psychisch belasteten und/oder suchtbelasteten Familien
Status:öffentlichVorlage-Art:Drucksache
Verfasser/in:Frau Dr. Hakimpour-Zern u. Frau Dr. Walther
Federführend:Sozialpsychiatrie Bearbeiter/-in: Zierke, Beate
Beratungsfolge:
Ausschuss für Ordnung, Verkehr und Gesundheit Vorberatung
08.06.2020 
Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Verkehr und Gesundheit ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
23.06.2020 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag des Kreises Segeberg Entscheidung
25.06.2020 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Finanzierungsplan  
Anlage_Kostenplan  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Sachverhalt/Zusammenfassung :

Das Thema Kinder aus psychisch belasteten und/oder suchtbelasteten Familien wird seit Ende 2017 von der Gesundheitsplanung und der Fachdienstleitung Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung gemeinsam bearbeitet. Regelmäßig wurde über die Entwicklungen z.B. im Psychiatrieplan berichtet (vgl. z. B. DrS/2019/145). Diese Vorarbeiten sind nun unter Mitwirkung des Jugendamtes in einem Projektvorhaben gemündet (inhaltliche Details siehe unten). Zur Umsetzung dieses Projektes ist geplant, Fördermittel aus dem Kommunalen Förderprogramm, im Speziellen aus dem Förderstrang der Landesweiten Projektförderung der gesetzlichen Krankenversicherungen, unter Beteiligung anderer Sozialversicherungsträger wie z.B. Unfallversicherung und Deutsche Rentenversicherung, zu beantragen. Die einzubringende Eigenleistung des Kreises Segeberg in Höhe von 20 % der jährlichen Projektausgaben wird über das anteilige Einbringen von bestehenden Personalausgaben (u.a. Gesundheitsplanung) und vorhandener Budgets sichergestellt, sodass keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen von Seiten des Kreises notwendig werden. Am 19. Mai 2020 ist eine Telefonkonferenz mit den entsprechenden Fördermittelgebern vorgesehen. In Abhängigkeit des Beratungsverlaufes kann der entsprechende Projektantrag zeitnah eingereicht werden. Die geplante Projektlaufzeit erstreckt sich vom 01.01.2021 Februar 2024.

 

Ausführliche Informationen:

 

Projektbegründung: Mehr als 3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben schätzungsweise in Familien mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil. Sie leiden unter vielfältigen Belastungen, weisen häufiger Verhaltensauffälligkeiten auf und haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit selbst psychisch zu erkranken. Unterschiedliche Expertengremien empfehlen unter anderem nachhaltige präventive Leistungen und enge Kooperationen zwischen Institutionen. Für den Kreis Segeberg ergaben mehrere Bedürfniserhebungen von Vertreter*innen verschiedener Institutionen, dass u. a. niedrigschwellige Gruppenangebote und eine verbesserte Kommunikation zwischen Institutionen als notwendig erachtet werden. 

 

Vorhabenbeschreibung: Das Gesamtvorhaben richtet sich an Kinder aus psychisch belasteten und/oder suchtbelasteten Familien. Es lässt sich in die Module Grundschule, Modul Schnittstellenmanagement und Modul Entstigmatisierung unterteilen.

 

Modul Grundschule: Zunächst werden in einem Workshop möglichst alle Mitarbeitenden der teilnehmenden Schule geschult, nachfolgend findet in allen Klassen ein Schultag statt, im Anschluss wird ein offenes Gruppenangebot in der Schule angeboten. Für einen Projektstart in 2021 haben bereits 7 Schulstandorte Interesse gezeigt. Für das Jahr 2022 sollen bis zu 5 weitere Schulen in das Projekt aufgenommen werden.

 

Workshop:

Inhalte:

Es ist geplant, den konkreten Bedarf an Inhalten vorher von den beteiligten Schulen zu erfassen und so möglichst genau auf die Bedürfnisse der dort Beschäftigten im Rahmen der Lebenswelt Schule eingehen zu können.

Prinzipiell sind in einem fachlichen Input u. a. folgende Themen vorgesehen:
 

-         Zahlen, Daten, Fakten zum Thema

-         theoretischer Input mit praktischen Beispielen von Kind und Eltern

-         Perspektive des Kindes vermitteln

-         Erkennungsmöglichkeiten für das System Schule erläutern

-         eigenen Grenzen aufzuzeigen und

-         weiterführende Unterstützung zu erläutern sowie das 

-         Hilfesystem für Kind und Eltern darstellen.
 

Ziele:

-         Sensibilisierung für die Bedürfnisse sowie Auswirkungen der psychischen Erkrankung bzw. Belastung der Eltern bzw. eines Elternteils auf die Kinder

-         Stärkung der eigenen Handlungskompetenzen und Erkennen von eigenen Grenzen

-         Sensibilisierung für „versteckte Hilferufe“ und/oder frühzeitige Anzeichen zur Erkennung von Kindern aus psychisch belasteten und/oder suchtbelasteten Familien

-         Wissen und Kenntnisse über das nachfolgende Hilfesystem erhöhen.

 

Schultage:
 

Inhalte:

Für jede Klassenstufe wird ein altersentsprechendes Konzept entwickelt. Das Thema psychische Gesundheit soll spielerisch und altersgerecht thematisiert werden. Dies kann mit Hilfe von Theaterstücken, Handpuppen, Büchern und auch Bewegung erfolgen. Die genauen Inhalte und Konzepte werden noch erarbeitet. Die Schultage werden von einem Jugendhilfeträger durchgeführt.
 

Ziele:

-         Vertrauen für das nachfolgende Gruppenangebot schaffen

-         Integration des Themas psychische Gesundheit im Schulalltag

-         Interesse für das Thema schaffen und einer Stigmatisierung vorbeugen

 

Gruppenangebot:

 

Das Gruppenangebot wird als AG nach Schulende oder als Angebot im offenen Ganztag integriert. Die Gruppe kommt 1x/Woche für je 90 Minuten zusammen, teilnehmen können bis zu 8 Schüler*innen pro Gruppe. Durchgeführt wird das Gruppenangebot von einem Jugendhilfeträger. Die genauen Inhalte und Konzepte werden noch erarbeitet.

Inhalte:

Es sind unterschiedliche Themen/Module vorgesehen wie z.B.

-         Stressbewältigung/ Entspannung

-         Körperwahrnehmung

-         Gefühle wahrnehmen und benennen

-         Schatzkästchen zusammenstellen (u. a. im Sinne: Was kann ich tun, wenn es mir nicht gut geht? Welche Hilfe kann ich mir holen? Welche Unterstützung habe ich?) 

-         kleine Ausflüge/ positive Erlebnisse schaffen.

 

Ziele:

-         Resilienz der Kinder stärken

-         Herstellung einer verlässlichen erwachsenen Bezugsperson

-         Psychische Belastungen der Kinder reduzieren

-         Handlungskompetenz/ Ressourcen der Kinder stärken

-         Selbstwirksamkeitserwartung und –erleben der Kinder erhöhen.

 

Modul Schnittstellenmanagement: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Institutionen im Kreis Segeberg und ggf. über Kreisgrenzen hinweg, wird durch Arbeitsgruppensitzungen verbessert. Ein Fokus liegt hierbei auf einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Institutionen, die primär für Erwachsene verantwortlich sind und Institutionen, die primär für Kinder und Jugendliche zuständig sind.

 

Modul Entstigmatisierung: Im Rahmen der Woche zur seelischen Gesundheit sollen 2022 unterschiedliche Angebote zur Information, Sensibilisierung und Entstigmatisierung stattfinden. Hierfür wurde bereits eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet.  Die genauen Inhalte werden während der Projektlaufzeit in der Arbeitsgruppe erarbeitet.

 

Finanzierung:

Im nachfolgenden wird der vorläufige Finanzierungsplan grob zusammenfassend berichtet. Dieser muss noch mit den entsprechenden Fördergebern abgestimmt werden.

Der Hauptanteil der benötigten Mittel entfällt auf das Modul Grundschule. Dies macht ca. 70 % der gesamten Mittel aus. 

Insgesamt werden für das Jahr 2021 102.715 € Mittel benötigt, hiervon werden 60 % als Zuwendung beantragt.

Für das Jahr 2022 sind 166.215 € notwendig, für das Jahr 2023 176.815 €, wovon jeweils ca. 75 % als Zuwendungen beantragt werden.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, den entsprechenden Projektantrag im Themenfeld Kinder aus psychisch belasteten und/oder suchtbelasteten Familien bei den entsprechenden Fördermittelgebern einzureichen und in den nachfolgenden Jahren entsprechend umzusetzen.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:

X

Nein

      Siehe oben. Finanzierung erfolgt durch Drittmittel, 20 % der jährlichen

      Projektausgaben werden über das anteilige Einbringen von bestehenden

      Personalausgaben (u.a. Gesundheitsplanung) und vorhandener Budgets

      sichergestellt, sodass keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen von

      Seiten des Kreises notwendig werden.

 

 

Ja:

 

 

Darstellung der einmaligen Kosten, Folgekosten

 

 

 

 

Mittelbereitstellung

 

Teilplan:

 

In der Ergebnisrechnung

Produktkonto:

 

In der Finanzrechnung investiv

Produktkonto:

 

 

Der Beschluss führt zu einer über-/außerplanmäßigen Aufwendung bzw. Auszahlung

 

in Höhe von

 

Euro

 

(Der Hauptausschuss ist an der Beschlussfassung zu beteiligen)

 

 

Die Deckung der Haushaltsüberschreitung ist gesichert durch

 

Minderaufwendungen bzw. -auszahlungen beim Produktkonto:

 

 

 

 

 

Mehrerträge bzw. -einzahlungen beim Produktkonto:

 

 

Bezug zum strategischen Management:

 

Nein

 

X

Ja; Darstellung der Maßnahme

           Ziel 3: Wir verfolgen und schützen ein gesundes und soziales

           Aufwachsen, Leben, Arbeiten, Wohnen und Älterwerden von Menschen in

           einer intakten Umwelt. Themenfelder:

-    Gesundheitliche Chancengleichheit, Krankheitsprävention

-    Erhalt und Ausbau von gesunden Lebenswelten

 

Belange von Menschen mit Behinderung sind betroffen:

 

Nein

 

X

Ja

          psychisch oder suchtkranke Elternteile

 

Belange von Menschen mit Behinderung wurden berücksichtigt:

 

 

Nein

 

X

Ja

 

 

Anlage/n:

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Finanzierungsplan (287 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage_Kostenplan (211 KB)      

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